Derbysieg in Eicha

Sp.Vg. Eicha – 1. FFC HOF 1:2 (0:0)

Samstag, 03.09.17 15:00 Uhr Sportanlage Fleckenweg, Fleckenweg 24, 96482 Ahorn

Zuschauer: 100

Schiedsrichter: Patrick Garbe (Bamberg)
Assistenten: Patrick Hopf, Fabio Haupt

Tore: 59. Min 1:0 Michelle Keßler
70. Min 2:0 Marusha Knarr
74. Min 2:1 Julia Fellisch

Karten: 68. Min. gelb Scheler (Eicha)

Aufstellung FFC: Mühlstädt, Meier, Laufer (63.Fürst), Kolb, Fichtner, Knarr M., Kessler(73. Möhwald), Sattler, Yau, Kastner, Lehnert (46.Schleußing),

 

 

Am fünften Spieltag der diesjährigen BAYERNLIGA ging es für den FFC zum Nachbarn nach Eicha. Zum dreizehnten Mal standen sich damit die beiden Top-Teams des oberfränkischen Frauenfußballs in der bayerischen Eliteliga gegenüber. Die Ausgangsposition sprach dabei klar für die Gäste. Sie reisten als Tabellenführer an und haben erst einmal in der Liga gegen die Trächerinnen verloren. Doch während Eicha letzte Woche ausgerechnet in Thenried die ersten Saisonpunkte einfahren konnte, zog Hof in Forstern erstmals den Kürzeren.
Mahnend daher auch Hofs Trainer direkt vor dem Spiel: „ Laßt euch nicht auf das Eichaer Spiel ein- spielt Kurzpässe und und schafft Überzahlsituationen- dann bekommt ihr eure Torchancen.“ Anfänglich schien das auch zu funktionieren. Hof übernahm von Beginn an das Zepter und hatte in den ersten zehn Minuten drei klare Tormöglichkeiten. Auch in der Folge zeigte sich der FFC spielbesatimmend. Vor allem Marusha Knarr sorgte mit starken Kopfbällen für brandheise Situationen im Trächer Strafraum. Die Gastgeberinnen suchten ihr Heil in kompromisslos geschlagenen Bällen aus der Gefahrenzone, in der Hoffung, vorn mit schnellen Kontern ein Tor zu machen. Doch torgefährlich wurde Eicha in Hälfte Eins nicht wirklich. Umso unverständlicher war die teilweise sträfliche Fahrlässigkeit des FFC bei seiner katastrophalen Chancenverwertung. Da fehlte einfach der letzte Biss, das Runde im Eckigen unterzubringen. Weder aus den vielen guten Freistoßsituationen, noch einer Vielzahl von Ecken gelang es Hof, Druck auf Jana Stadter Im Trächer Kasten auszuüben. Die eigentliche Feldspielerin ersetzte die verletzte Stammtorhüterin. Kurz vor der Pause rettete für sie eine Abwehrspielerin auf der Linie das 0:0, als erneut Knarr erneut per Kopf für höchste Gefahr sorgte.
In der Pause ließ Hofs Trainer Dampf ab. Er zeigte sich zutiefst enttäuscht über den aus seiner Sicht letzten fehlenden Kampf und Biss, eine positive Entscheidung herbeiführen zu wollen. Denn genau zwei dieser so gelaufenen Spiele kosteten letztes Jahr Hof am Ende die Meisterschaft. Die Wut im Bauch war den Mädels jedenfalls nach dem Wiederanpfiff anzumerken.
Binnen fünf Minuten erarbeiteten sich die Gäste sofort mehrere hochkarätige Einschußmöglichkeiten. Doch Hof mußte sich weiter gedulden. Erst in der 59. Minute erlöste Michelle Kessler mit dem lang ersehnten, aber auch verdienten Führungstreffer die Gäste. Isabell Kastner hatte sich links außen gegen zwei Abwehrspielerinnen durchgesetzt und mustergültig von der Grundlinie zum Elfer zurückgelegt. Da Jessica Schleußing nicht perfekt stand ließ sie durch und Kessler verwandelte von außen mit einem Schuß ins lange Eck. Unmittelbar danach hatte Hof Glück, dass die Gastgeberinnen einen Ballverlust nach einem Fehlpass nicht prompt zum Ausgleich nutzten. So sollte Hof die nächste Möglichkeit zum nächsten Treffer bekommen. Doch Kessler wurde am Sechzehner unfair gestoppt. Den folgenden Freistoß konnte die Hüterin zwar klären. Doch der Ball blieb in den Hofer Reihen und Kastner sorgte nun mit ihrem bereits vierten Assist für die 2:0 Führung. Denn ihre Hereingabe bereite Marusha Knarr am langen Pfosten keine Mühe, ihren dritten Saisontreffer zu erzielen. Doch das Gefühl, eine Vorentscheidung erzielt zu haben, hielt bei den Gästen nur ganze vier Minuten.
Einen scheinbar harmlosen Freistoß zentral aus reichlich 20 Metern verwandelte Fellisch direkt zum Anschluss. Hofs Keeperin Claudia Mühlstädt schuldbewusst:„ ich habe etwas spekuliert und stand daher zu weit links und dann fehlten mir ein paar Zentimeter den Ball abzuwehren.“ So wurde die Schlussviertelstunde zu dem Spiel, wie man es von einem Derby erwartete. Verbissen fighten, noch mehr Zweikämpfe und hochdramatische Torraumszenen. Am Ende sollte Hof knapp die Oberhand behalten, da beide Abwehrreihen weitere Treffer verhindern konnten. Über das Spiel betrachtet war das sicherlich verdient. Aber der FFC dürfte sich auch nicht beklagen, wenn er aufgrund der vielen ausgelassen Chancen nur einen Punkt mitgenommen hätte. Bezeichnend für die Partie nämlich war wieder auch einmal, dass überwiegender Ballbesitz und spielerische Überlegenheit keine Garantie für punkterelevanten Spielerfolg ist.
Hof bleibt mit dem vierten Saisonsieg weiter Spitzenreiter. Doch schon jetzt zeichnet sich ein direkter Zweikampf mit Forstern ab, die ihr Sonntagspiel souverän mit 4:0 bei Stern München gewannen und somit wieder gleichauf liegen. Am kommenden Samstag kommt Stern nun nach Hof.

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